Zwiebel...

Königin der Nacht (Foto: Gisela)
Bitumenklee (Foto: Gisela)
und ich wachse doch (Foto: Gisela)
Trockene Schönheit (Foto: Wilfried)
Giftig (Foto: Wilfried)
Feldblume (Foto: Jutta)
Erbse (Foto: Jutta)
Geranium (Foto: Jutta)
Indischer Flieder (Foto: Gisela)
sonnig (Foto: Heike)
Convolvulus althaeoides ssp. althaeoides  (Foto: Gisa)
Crinum sp. "River Lily" ? (Foto: Gisa)
Rutenkraut (Foto: Gisa)

... sie sollte nur im Schokoladenpudding fehlen!

Im Picon versteckt wächst diese heißgeliebte Feldfrucht ohne Wasserzugabe bis sie uns mit vielen feinen Aromen erfreut und unsere Gesundheit erhält.

Die Herkunft ist ungeklärt, da eine Urform nicht mehr zu lokalisieren ist: es existieren nur noch Zucht-Varianten. Sehr wahrscheinlich ist der Mittelmeerraum - dort fühlt sie sich ja immer noch sehr wohl!

Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und ist schon seit mehr als 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze bekannt. Bei den alten Ägyptern waren Zwiebeln eine Opfergabe und eine Art Zahlungsmittel beim Pyramidenbau. Selbstverständlich hatten auch die Pharaonen die herrlichen Knollen als Wegzehrung dabei. Als  Grundnahrungsmittel seit Jahrhunderten geschätzt - vor allem von den weniger Begüterten. Römische Legionäre waren es auch, die die „cepula“ (woraus, über mittelhochdeutsch „zwibolle“, letztlich das deutsche Wort „Zwiebel“ wurde und „cebolla“ sp.) in Mitteleuropa verbreiteten.

Anbau: Die Zwiebel ist eine sehr sortenreiche Kulturpflanze.  Sie bevorzugt milden oder sandigen Lehm sowie Lößboden in sonniger, warmer Lage. Der Boden sollte abgesetzt und feinkrümelig sein, weshalb das Umgraben oder Pflügen bereits im vorhergehenden Herbst erfolgen sollte. Weiter sollte der Boden keine unverrotteten Dungstoffe enthalten sein, da die Zwiebeln sonst wegen des Stickstoffs schlecht abreifen und auf Kosten der Zwiebelbildung zu viel Laub entwickeln.

Nach der Anbaumethode unterscheidet man zwischen „Sommerzwiebeln“ und „Winterzwiebeln“. Sommerzwiebeln (die eigentlichen Küchenzwiebeln) werden im zeitigen Frühjahr gesät oder, bei Steckzwiebelkultur, gesteckt und zwischen August und Oktober geerntet, wobei insbesondere spätere Sorten von fester Konsistenz bis in den März des Folgejahres lagerfähig sind. Die etwas saftigeren und milderen Winterzwiebeln – besser gesagt überwinternd kultivierte Zwiebeln – werden im August gesät, reifen im nächsten Frühjahr heran und können ab Juni geerntet werden, sind jedoch nur kurze Zeit lagerfähig.

Der Anbau der Zwiebel als Sommerzwiebel zu Speisezwecken kann sowohl in einem einjährigen Verfahren durch unmittelbare Aussaat als auch in einem zweijährigen Verfahren durch das Pflanzen („Stecken“) von Steckzwiebeln erfolgen. Steckzwiebeln sind kleine, etwa haselnußgroße Zwiebelchen, welche durch besonders enge Aussaat im Vorjahr gewonnen wurden. Damit die aus Steckzwiebeln gezogenen Zwiebelpflanzen nicht zum Schossen (Blühen) neigen, werden sie nach der Ernte einer drei- bis vierwöchigen Warmlagerung (Darre) bei Temperaturen von 30 bis 40 °C unterzogen. In der Regel werden Steckzwiebeln daher über den Samenhandel bezogen.

Die Aussaat der Zwiebel erfolgt bei einer Saattiefe von circa ein bis zwei cm und Reihenabständen um 25 bis 40 cm auf abgetrocknetem Boden März bis Anfang April. Die Größe der erntereifen Zwiebeln kann entscheidend über die Bestandsdichte beeinflusst werden. Beispielsweise wird zur Produktion mittelgroßer Zwiebeln bei der Aussaat bei Reihenabständen von 25 cm ein Abstand der Pflanzen in der Reihe von rund 4 bis 5 cm angestrebt, sodass sich circa 80 bis 120 Pflanzen pro m² entwickeln können. Säzwiebeln sind, abhängig von Aussaattermin, Sorte und Anbauregion, zwischen August und Oktober erntereif.

Das Setzen von Steckzwiebeln erfolgt in ähnlichen Abständen in eine Tiefe von circa 4 cm so, dass die Spitze noch gerade eben zu sehen ist, ebenfalls im März bzw. April. Aus Steckzwiebeln gezogene Speisezwiebeln sind bereits früher, ab Juli, erntefähig. Trockenes, sonniges Spätsommerwetter zur Erntezeit ist mit entscheidend für die Lagerfähigkeit und Haltbarkeit der geernteten Zwiebeln. Die Lagerung sollte unter trockenen, kühlen und luftigen Bedingungen erfolgen. Aus Steckzwiebeln gezogene Zwiebeln sind weniger haltbar als gesäte Zwiebeln.

Zur Samenzucht bringt man die Zwiebeln im März in ein ganz flaches, stark gedüngtes Beet und stellt sie 30 bis 45 cm weit voneinander. Der Samen bleibt drei Jahre keimfähig.

Verwendung in der Küche: Gegessen wird der Zwiebellauch oder die eigentliche Zwiebel roh, gedünstet oder geröstet. Wegen eines sulfidhaltigen ätherischen Öl wirken sie reizend auf den Magen. Durch Kochen, Dünsten oder Braten wird aus den glykosidischen Verbindungen der Zwiebel der Zucker freigesetzt und dadurch süßer. Angeschnittene Zwiebeln nicht im Kühlschrank aufbewahren, da ihr Geschmack leidet und sich der Geruch auf alle anderen Lebensmittel und Verpackungen überträgt.

Zwiebeln als Fleischzartmacher: Im Mittelmeerbereich werden in Presssaft aus Zwiebeln Fleischwürfel, die sonst eher zäh sind, etwa Teile vom Hammel, über Nacht in einer Mischung aus Zwiebelsaft und (Oliven-)Öl oder in Milch nach Belieben mit Gewürzen mariniert.

Auch der beliebte Spießbraten profitiert von der Zwiebel als Weichmacher. In das Fleisch werden rohe Zwiebeln sowie Pfeffer und Salz eingewickelt. Nach einer Ruhezeit von wenigstens zwölf Stunden besitzt das Fleisch beste Voraussetzungen für einen durchgehend saftigen Braten und erhält zudem seinen charakteristischen Geschmack.

Inhaltsstoffe:  Wie alle Arten der Gattung Allium enthalten Zwiebeln keine Stärke, sondern bilden und speichern Fruktane als Reservestoff. Da das menschliche Verdauungssystem nicht in der Lage ist, Fruktane enzymatisch zu spalten, werden sie im Dünndarm nicht resorbiert und stehen somit den Bakterien der natürlichen Dickdarmflora ungeschmälert zur Verfügung. Dadurch kommt es nach dem Verzehr von Zwiebeln zur verstärkten Gasbildung, die sich in Flatulenz äußern kann, für deren Geruch neben den Abbauprodukten der Fruktane auch die der schwefelhaltigen Inhaltsstoffe verantwortlich sind.

Charakteristisch ist die im Zellplasma enthaltene schwefelhaltige Aminosäure Isoalliin Nach Verletzungen der Zellstruktur wird sie durch das in den Zellvakuolen vorliegende Enzym Alliinase zunächst zu Propensulfensäure umgewandelt. Weitere Reaktionen schließen sich an, in deren Verlauf zahlreiche Verbindungen entstehen, darunter das die Schleimhäute reizende Propanthiol-S-Oxid. Deshalb müssen wir beim Schneiden der Zwiebel „weinen.

Als Heildroge dienen die frischen Zwiebeln.

Es konnten antibakterielle, den Blutdruck, die Blutfette und den Blutzucker  schwach senkende Wirkungen nachgewiesen werden, auch Blut verflüssigende und antiasthmatische Eigenschaften. Die Wirkungen hierfür sollen hauptsächlich auf die antioxidativen Schwefelverbindungen der Zwiebeln zurückzuführen sein.

Äußerlich verwendet man Zwiebelsaft oder Sirup bei Insektenstichen, hilft bei Wunden, Furunkeln, unterstützt die Narbenheilung und zur Nachbehandlung von Blutergüssen.

Kleingehackt in Baumwolltuch als Wickel für 10 Min. aufs Ohr binden - am besten die roten Zwiebeln.

Bei hartnäckigem Husten: Eine feingehackte Zwiebel unter Honig setzen und im Kühlschrank über Nacht „entwässern lassen“. Den gar nicht mal so übel schmeckenden Saft teelöffelweise einnehmen. Knoblauch kann in diese Mischung, Zitrone tut ebenso gut.