Kristall - Mittagsblume

Königin der Nacht (Foto: Gisela)
Bitumenklee (Foto: Gisela)
und ich wachse doch (Foto: Gisela)
Trockene Schönheit (Foto: Wilfried)
Giftig (Foto: Wilfried)
Feldblume (Foto: Jutta)
Erbse (Foto: Jutta)
Geranium (Foto: Jutta)
Indischer Flieder (Foto: Gisela)
sonnig (Foto: Heike)
Convolvulus althaeoides ssp. althaeoides  (Foto: Gisa)
Crinum sp. "River Lily" ? (Foto: Gisa)
Rutenkraut (Foto: Gisa)
Kristall - Mittagsblume von Miriam
Botanisch: Mesembryanthemum crystallinum L.

oder auch Eisblume, Eiskraut, Mittagsblume, Sodapflanze, Zaserblume
Familie: Aizoaceae (Eiskrautgewächse)

Wer auf Lanzarote nicht verdursten will, muss sich was einfallen lassen. Die Mittagsblume ist solch eine Spezialistin in Sachen Flüssigkeitsversorgung und wächst auf sandig-lehmigen und sogar salzigen Böden vital in der prallen Sonne. Ihr Geheimnis liegt in den grünen, teilweise intensiv roten Blättern: Sie sind dick, saftig und übersät mit glänzenden Flüssigkeitsreservoirs, die in der Sonne funkeln wie Tautropfen oder Eiskristalle. Ihre Photosynthese findet nachts statt, damit reduziert sie die Verdunstung und kommt mit minimaler Feuchtigkeit zurecht. Ausserdem "sammelt" sie Salz, das und die Mineralstoffe lässt sie Fruchtsäuren binden und überleben. Die rote Blattfärbung ergänzt den Hitzeschutz. Die Farbe stammt von so genannten Betacyanen, Substanzen, die Licht absorbieren und damit einen natürlichen Sonnenschutz verleihen.
Wegen ihres hohen Salzgehaltes hinterlässt die Mittagsblume versalzte Erde, wo immer sie wächst. Weil damit der Boden für andere Pflanzen unfruchtbar ist, wird sie heute, im Gegensatz zu früher, kaum mehr als Erosionsschutz angepflanzt.

Ursprünglich stammt die ein- bis mehrjährige, frostempfindliche Mittagsblume aus Südafrika. Sie Gelangte erst im 18. Jahrhundert nach Europa und Amerika, im 19. Jahrhundert auf die Kanarischen Inseln. Mittlerweile auch in Südaustralien und an den Küsten Japans eingeschleppt bzw. verwildert.

Sie ist von Juli bis September mit zahlreichen weißen bis rötlichen Blüten mit strahlenförmigen Blütenblättern übersät. Dieser Üppigkeit steht eine nur wenige Zentimeter lange Wurzel entgegen, die den Eindruck hinterlässt, die Pflanze eher nur im Boden zu verankern, als sie mit Wasser zu versorgen. Die Fruchtkapseln springen bei feuchtem Wetter auf und entlassen die grau-braunen Samen, die in der Hitze gereift sind.

Inhaltsstoffe: Wasser, Mineralsalze (Magnesium), Fruchtsäuren, Zuckeralkohole, Aminosäuren (Prolin), Flavonoide, Betanin.

Verwendung: Sie hilft leicht zerquetscht gegen : Juckreiz, Schmerz, Schwellungen und Rötung der Haut . kurz Sonnenbrand. Insektenstiche. Bei Blutungen um den Puls wickeln. Innerlich normalisiert sie den Wasserhaushalt. Die Blätter der Mittagsblume ergeben ein spinatartiges Gemüse. Südafrikaner kauen die fermentierten Blätter. Auf den Kanarischen Inseln wurde die Mittagsblume früher zur Gewinnung von Soda (Natriumcarbonat) genutzt, das reichlich in der Asche zu finden ist. Deshalb auch ihr Name Sodapflanze.
Einer Krankenschwester verdanken wir das Wissen über ihre Heilkraft. Waltraud Marschke experimentierte auf Lanzarote und veröffentlichte 1998 ihre Erkenntnisse.